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Vitale Falier
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Vitale Falier, in den zeitlich nĂ€heren Quellen meist Vitalis Faletro (* 1. HĂ€lfte 11. Jahrhundert in Venedig; â Dezember 1096 ebenda), auch Vital Faliero deâ Doni genannt, regierte von Dezember (?) 1084 bis Dezember 1096 als Doge von Venedig. Nach der historiographischen Tradition, wie die staatlich gesteuerte Geschichtsschreibung Venedigs genannt wird, war Falier, der eine Urkunde mit vitalis faletro unterschrieb, der 32. Doge.
Seine Herrschaft war sowohl durch auĂenpolitische Erfolge als auch durch schwere innenpolitische Probleme gekennzeichnet, die in seinen letzten Jahren zunahmen, sodass nur der Tod ihn vor dem Sturz bewahrte. Zu Anfang seiner Regierungszeit festigte sich Venedigs Macht in der Adria, die Expansion der sĂŒditalienischen Normannen wurde vorlĂ€ufig aufgehalten. Der Doge versuchte sich im Streit zwischen dem Reformpapsttum unter Gregor VII. und Kaiser Heinrich IV. neutral zu verhalten. Die Grabeskirche des Apostels Markus, die Markusbasilika, wurde durch die angebliche Wiederauffindung der Reliquien des Apostels im Jahr 1094 weiter aufgewertet. Das renovierte Bauwerk wurde 1095, im Jahr nach der Weihung, vom in BedrĂ€ngnis geratenen Heinrich besucht, der eine Tochter des Dogen aus der Taufe hob. Venedig stellte er bei dieser Gelegenheit ein weitreichendes Privileg fĂŒr den Handel mit seinem Reich aus, das zusammen mit einem Handelsprivileg, das die Stadt seit 1082 im Byzantinischen Reich weitgehend von Abgaben befreite, als Grundlage fĂŒr die wirtschaftliche Dominanz Venedigs im östlichen Mittelmeerraum gilt.
Contents
âą Dogenamt
âą Rezeption
âą Quellen
âą Urkunden
âą Literatur
âą Weblinks
âą Anmerkungen
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Herkunft und Familie
Die Falier-Faletro waren eine der Ă€ltesten Familien Venedigs. Schon in der Ă€ltesten Liste der adligen HĂ€user Venedigs, die Mitte des 10. Jahrhunderts entstand, zĂ€hlen sie zu den âantiquiores et nobiliores Veneticosâ. Wie zahlreiche andere Angehörige des Clans trug der Doge den Beinamen Dedoni oder Dedonis. Einige Dokumente tragen Unterschriften wie âGiovanni Faletro Dedonisâ, ein Consigliere des Dogen, oder auch âDominicus Faletro Dedonisâ, âDominicus Faletroâ und âCostantin Faletroâ. Dieser Beiname kennzeichnete einen bestimmten Zweig (ramo) der Familie.
Die Ă€lteste Geschichtsschreibung (Origo civitatum, spĂ€ter die Chronik des Andrea Dandolo) belegt, dass Ordelaffo Falier, der spĂ€tere Doge, Sohn des Vitale war. Das einzige, was zu seiner Familie als gesichert gilt, ist eine Tochter, die 1095 von Kaiser Heinrich IV. aus der Taufe gehoben wurde, deren Name jedoch nicht ĂŒberliefert ist. Wahrscheinlich war er vor seiner Wahl Consiliarius, er gehörte also wohl bereits zum engsten Beraterkreis des Dogen.cite-ref-1[1]
Dogenamt
Falier, der laut Andrea Dandolo die treibende Kraft bei dem Aufstand gegen seinen VorgĂ€nger Domenico Silvo gewesen war, wurde wahrscheinlich im Dezember 1084 zum Dogen gewĂ€hlt. Er ist der erste Doge, von dem eine Urkunde im Original ĂŒberliefert ist. Sie stammt aus dem Jahr 1090 und wurde eigenhĂ€ndig unterschrieben. Der Doge zeichnete, nach Einleitung mit einem Kreuz, mit âEgo vitalis faletro dodoni d(e)i gr(ati)a dux m(anu) m(ea) s(ub)s(cripsi)â. Dieser Unterschrift mit explizit eigener Hand in Form von spĂ€ten Minuskeln folgt das Schlusszeichen. Das Einhalten einer Zeile fiel dem Dogen sichtlich schwer.cite-ref-2[2]
Normannen (bis 1085)
Vom Beginn seiner Regierung an war Falier wie sein VorgĂ€nger in militĂ€rische Auseinandersetzungen mit den Normannen unter der FĂŒhrung Robert Guiscards verwickelt, der gegen Byzanz bis 1071 um die Vorherrschaft in SĂŒditalien und ab etwa 1080 in der Adria kĂ€mpfte. Er plante, das Kaiserreich zu erobern. Zudem hatte Robert sich mit Papst Gregor VII. verbĂŒndet, der wiederum mit Kaiser Heinrich IV. im Investiturstreit stand. Venedig kĂ€mpfte auf Seiten des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos (1081â1118), der, in Ă€uĂerster BedrĂ€ngnis durch Normannen und Seldschuken, Venedig im Mai 1082 ein ĂŒberaus weit reichendes Handelsprivileg eingerĂ€umt hatte.cite-ref-3[3] Doch 1084 erlitt unter Faliers VorgĂ€nger die Flotte eine schwere Niederlage, fĂŒr die man den Dogen verantwortlich machte. Dessen Politik Ă€nderte der neue Doge, der seinen VorgĂ€nger gestĂŒrzt haben soll, jedoch in keiner Weise. Die Normannen, geschwĂ€cht von einer Epidemie, an der im Dezember 1084 Roberts Sohn Bohemund so schwer erkrankte, dass er nach SĂŒditalien heimkehren musste, setzte Robert Guiscards Leben im Juli 1085 ein Ende. Noch 1085 gelang Vitale Falier bei Butrint ein entscheidender Sieg ĂŒber die Normannen. Zu Lande hatte Kaiser Alexios, der die erste Schlacht gegen Bohemund verloren hatte, einen entscheidenden Sieg davongetragen.
VerhÀltnis zu Byzanz, Dalmatien
Kaiser Alexios, an dessen Hof Falier nach seiner Wahl drei Gesandte geschickt hatte, zeichnete den neuen Dogen fĂŒr seine Hilfe mit dem Titel eines protosebastos (proto=primo/der erste, sebastos = augustus) aus und wenig spĂ€ter mit dem eines dux Venetiarum atque Dalmaciae, wenn auch nur ein schmaler KĂŒstenstreifen Dalmatiens der Herrschaft der Venezianer unterstand. Der gröĂte Teil des ehemals kroatischen Territoriums war von Ungarn annektiert worden. Wahrscheinlich erreichten die drei Gesandten auch die BestĂ€tigung des Privilegs von 1082, das bald seine Wirkung auf den Handel entfaltete. Der Titel des protosebastos taucht 1089 in einer Urkunde auf, als der Doge dem Kloster Ss. Secondo ed Erasmo Salinen schenkte â eine Möglichkeit der Gewinnung von Meersalz, das wiederum fĂŒr die Wirtschaft Venedigs von erheblicher Bedeutung war und staatlich monopolisiert wurde. Den besagten Titel eines Dogen von Venedig und Dalmatien trug Falier, wie Vittorio Lazzarini nachweisen konnte, in keiner einzigen Urkunde, wohingegen den vollstĂ€ndigen Titel sein Nachfolger beanspruchte.
Besuch Kaiser Heinrichs IV. in Venedig, Taufpate, Handelsprivileg (1095)
Im Investiturstreit versuchte sich Vitale Falier nach dem Normannenkrieg neutral zu verhalten. Die Jahre 1093 bis 1096 verbrachte Heinrich IV. â zur UntĂ€tigkeit gezwungen â eingeschlossen in Oberitalien. Im MĂ€rz 1095 erschien er jedoch unter dem Druck einer abermaligen Exkommunikation in Padua, im Juni, inzwischen exkommuniziert, im nahe gelegenen Mestre, wo er dem venezianischen Frauenkloster San Zaccaria ein Privileg ausstellte. Kurz zuvor war eine Verwandte des Dogen, Maria Falier, dort Ăbtissin geworden. Im Mai hielt sich der Kaiser in Treviso auf, wo er Gesandte des Dogen empfing. Diese luden ihn wohl nach Venedig ein, wo er, von religiösen Empfindungen getrieben, die Markusreliquien aufsuchte, die Stadt erkundete und, nachdem er einigen Klöstern Urkunden ausgestellt hatte, die Lagune wieder verlieĂ.cite-ref-4[4] Roman Deutinger geht davon aus, dass der Besuch des Kaisers im Juni 1095 stattfand, denn in der in Mestre ausgestellten Urkunde wird nicht nur der Doge hoch gelobt, sondern auch die Taufe von dessen Tochter erwĂ€hnt, wodurch eine Art von Verwandtschaft zwischen den Herrschern hergestellt worden war. Der anschlieĂend in Treviso abgeschlossene Vertrag, der es HĂ€ndlern verbot, ĂŒber Venedig hinauszugehen, markierte, wenn auch weniger wirksam als das byzantinische Privileg von 1082, âeinen weiteren Schritt auf dem Weg Venedigs zur beherrschenden Seemacht im östlichen Mittelmeerâ.cite-ref-5[5]
Der Kaiser hob wĂ€hrend seines Aufenthaltes eine namentlich nicht genannte Tochter des Dogen aus der Taufe, um daraufhin nach Treviso zurĂŒckzukehren, wo er die Privilegien der Stadt erneuerte, die seit karolingischer Zeit von den meisten Herrschern des Römisch-deutschen Reiches bestĂ€tigt worden waren. In dieser Urkunde betont Heinrich die engen Beziehungen zu Vitale Falier in der Rolle des Taufpaten.
Heinrich war auf der dringenden Suche nach VerbĂŒndeten, was möglicherweise der Grund war, warum er den Venezianern sehr weitgehende Konzessionen machte. Waren aus dem Reich mussten nunmehr in Venedig gelagert werden (Stapelzwang), bevor sie ostwĂ€rts weiterverkauft werden durften. Das Privileg Heinrichs ergĂ€nzte das Privileg Alexiosâ I. von 1082, das den Venezianern Abgabenfreiheit und eine eigene Rechtsprechung sowie ein Quartier in Konstantinopel versprach. Beide zusammen brachten dem Handel Venedigs enorme Vorteile. Es dĂŒrfte kein Zufall gewesen sein, dass der Doge den Ausbau und die Befestigung von Loreo, nahe der Etsch gelegen, im Jahr 1094 neu organisierte, denn hier verlief der Haupthandelsweg ĂŒber Po und Etsch ins Reich.
San Marco: Abschluss des Wiederaufbaus, Wiederauffindung des Apostels
Die von seinen VorgĂ€ngern Domenico I. Contarini und Domenico Silvo betriebene Ausstattung von San Marco mit Mosaiken war inzwischen vollendet, und die Kirche konnte 1094 geweiht werden. Da die Reliquien des Evangelisten Markus seit dem schweren Brand von 976 versteckt worden waren, jedoch niemand sich an diesen Ort erinnern konnte, baten Doge, Klerus und die Gemeinde mit dreitĂ€gigem Fasten und Beten sowie mit Prozessionen um das Wiedererscheinen des Stadtpatrons. Auf wundersame Weise öffnete sich, so die Geschichtsschreibung, eine MarmorsĂ€ule neben dem Altar und der bronzene Sarkophag des Heiligen kam zum Vorschein. Er wurde jedoch sofort wieder an einen geheimen Ort gebracht, nĂ€mlich am 8. Oktober 1094, einen Ort, der nur dem Dogen und den Prokuratoren von San Marco bekannt war. Das Grab blieb fĂŒr die nĂ€chsten Jahrhunderte verborgen. Erst 1811 entdeckte man bei Ausgrabungen in der Krypta zufĂ€llig ein Skelett sowie eine Bleitafel mit dem besagten Datum 1094, dem Jahr, in dem die Basilika geweiht worden war. Die legendenhaften Ereignisse um das Wiedererscheinen des Apostels trugen entscheidend zur Festigung des Markuskults in Venedig bei. MĂŒnzen, die zu dieser Zeit geprĂ€gt wurden, trugen das Bild des Apostels und die Inschrift S. Marcus Venecia, im Avers erscheint der Name Kaiser Heinrichs.cite-ref-6[6] Unter dem Dogen Renier Zen (1253â1268) wurde die alljĂ€hrliche Feier der Wiederauffindung des heiligen Leichnams als Staatszeremonie eingerichtet.cite-ref-7[7]
Gegen Ende der Herrschaft: Naturkatastrophen, Hungersnot, Unruhen
Die letzten Jahre des Dogen boten eher Anzeichen einer Krise. Die Geschichtsschreiber berichten von Erdbeben, Ăberschwemmungen, Teuerungen und Hungersnot, und infolgedessen von AufstĂ€nden. In der Stadt wuchs die Unzufriedenheit mit dem Dogen, dem man die Schuld an allem Unheil zuschob, Ă€hnlich wie bereits seinem VorgĂ€nger.
Tod, Beisetzung in San Marco
Als Falier an Weihnachten starb, war er nur knapp seiner Entmachtung entgangen. Er wurde im Atrium von San Marco begraben, wahrscheinlich im Jahr 1096. Roberto Cessi datiert sein Todesjahr allerdings auf 1095. Die Àlteren Chronisten geben nur die Dauer seiner Herrschaft an, und zwar mit einigen Abweichungen, nÀmlich elf Jahre und drei Monate nach den Annales Venetici breves, elf Jahre, sieben Monate und zehn Tage nach der Origo civitatum, hingegen zwölf Jahre nach Andrea Dandolo. SpÀtere Chroniken berichten davon, dass das Volk Vitale Falier die Schuld an der Hungersnot gegeben habe, und so hÀtte es sein Grab geschÀndet. Dieses ist das Àlteste erhaltene Dogengrabmal in Venedig, seine heutige Form gehört aber wahrscheinlich dem 13. Jahrhundert an.
Rezeption
Bis gegen Ende der Republik Venedig
Die hier (scheinbar) ausfĂŒhrliche Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo aus dem spĂ€ten 14. Jahrhundert, die Ă€lteste volkssprachliche Chronik Venedigs, stellt die VorgĂ€nge ebenso wie Andrea Dandolo auf einer in dieser Zeit lĂ€ngst gelĂ€ufigen, weitgehend von den Dogen beherrschten Ebene dar â sie bilden sogar das zeitliche GerĂŒst fĂŒr die gesamte Chronik, wie es in Venedig ĂŒblich war.cite-ref-8[8] Das gilt auch fĂŒr âVidal Falierâ, ĂŒber den jedoch fast nichts berichtet wird, auĂer dem Schrecken ĂŒber den zeitweiligen Verlust der Reliquien des hl. Markus. Der neue Doge wurde von der Mehrheit des Volkes gewĂ€hlt (âde la piĂč parte del povoloâ). Er habe drei Gesandte nach Konstantinopel geschickt, deren Namen der Verfasser fĂ€lschlicherweise mit âmeser Vidal Michiel, meser Zuane Dandulo et meser Anthonio Orioâ angibt. Wie der Herausgeber anmerkt (S. 52, Anm. 236) waren diese jedoch Andrea Michiel, Domenico Dandolo und Iacopo Orio. Die Gesandten erreichten, dass Venedig als Oberherrin von Dalmatien Anerkennung fand (âliberamente tucta la Dalmatia dominiçasseâ). Als der besagte Verlust der Reliquien des hl. Markus bemerkt wurde, âlo dicto Duxe cum tucto el povolo funno in grande tristicia, quasi parendoli esser privadi del suo paron et proptectorâ. Wegen dieses Verlusts des âPatrons und BeschĂŒtzersâ, der das ganze Volk in tiefe Trauer gestĂŒrzt habe, versammelten sich alle PrĂ€laten, es wurden drei Tage lang Prozessionen und Litaneien durchgefĂŒhrt, bis sich der rechte Arm des Evangelisten an einem Pilaster zeigte, an dem der Altar des âsan Iacomoâ stand. So konnte der Körper des Heiligen wiedergefunden werden. âEt de ciĂČ alcum non dubiti, ma habia fermissima credençaâ, wie der Autor betont, man habe nicht den geringsten Zweifel, sondern den festesten Glauben. Die Ăberreste, die, wie es heiĂt im Jahr âVIIIcXXIIIâ aus Alexandria entwendet worden waren, sollten vor Diebstahl gesichert werden, indem man sie versteckte, oder aber, man habe unter Pietro Orseolo beim Umbau der Kirche ein erneutes Feuer gefĂŒrchtet, begrĂŒndet der Verfasser, warum die Reliquien versteckt worden waren. ZukĂŒnftig sollten nur noch der Doge und die Prokuratoren genau wissen, wo sich die Reliquien befinden. Der Doge, friedlich beigesetzt âsoto il portegoâ der Markuskirche, hatte âXIIIâ Jahre geherrscht. Dabei erscheint von anderer Hand die Angabe âMLXXXXVâ, also das Jahr 1095.
Pietro Marcello meinte 1502 in seinem spĂ€ter ins Volgare unter dem Titel Vite deâprencipi di Vinegia ĂŒbersetzten Werk, der Doge âVitale Faliero Doge XXXI.â âfu creato poi dogeâ (âwurde danach zum Dogen gemachtâ).cite-ref-9[9] Auch hier schickte der neue Doge Gesandte nach Konstantinopel âad Alesso Imperadoreâ, auf dass dieser âconcedesse in perpetuo alla Signoria di Vinegia lo Imperio della Dalmatia, & della Croatia tratto delle mani degli assassini, & che i Veneziani leggittimamente possedessero quei luoghiâ. Die drei schon von Caroldo genannten Gesandten erreichten ihr Ziel âleichtâ. Zu dieser Zeit kam âArrigo Imperadore dâItaliaâ von Treviso nach Venedig, um die Sakristei der Markuskirche zu sehen â anscheinend verspottete der Autor Heinrich IV., den er als Kaiser von Italien tituliert, der zudem die besagte Sakristei sehen wollte. Auch Marcello berichtet von der Wiederauffindung der Reliquien des hl. Markus durch ein Wunder, wobei ein Arm aus der Erde oder aus der Mauer geragt habe. AuĂerdem habe der Doge das durch Alterung âruinierteâ Loreo erneuert (ârinovĂČâ), er selbst starb im âanno XIII. del suo Prencipatoâ.
Nach der an dieser Stelle tatsĂ€chlich ausfĂŒhrlicheren Chronik des Gian Giacomo Caroldocite-ref-10[10], den Historie venete dal principio della cittĂ fino allâanno 1382, wurde âVital Falierâ im Jahr âMLXXXIIIIâ, also 1084, von der Volksversammlung als Doge bestĂ€tigt (âacclamatoâ), der âpersuase al Popolo lâespulsione del precessor suoâ, der also âdas Volk zur Vertreibung seines VorgĂ€ngers ĂŒberredet hatteâ (S. 97). Der neue Doge schickte an Kaiser Alexios die drei âOratori, Andrea Micchiel, Dominico Dandolo et Giacomo Aurioâ, womit Caroldo, im Gegensatz zur vorgenannten Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo die richtigen Familienmitglieder nennt. Diese wiederum erreichten in Konstantinopel die âgiurisdittioni della Dalmatia et Croatia, Provincie havute da Venetiani per deditione di quelli Popoli, le quali appartevano allâImperio Orientaleâ, also die Rechtsgewalt ĂŒber Dalmatien und Kroatien, Gebiete, die Venedig durch Dedition der Völker besaĂ, die zum östlichen Kaiserreich gehörten. Dabei erinnert der Verfasser daran, dass Dalmatien die erste Provinz gewesen sei, die Karl der GroĂe und Nikephoros vertragsgemÀà bei der âpartioneâ, der âTeilungâ, dem Ostreich zugeordnet hatten, und wo noch zu Zeiten der Kaiser Basileios und Konstantin âpresidentiâ saĂen, auch wenn diese wenig gehorsam waren (âbenche poco ubidientiâ). Bei den Verhandlungen wurde angefĂŒhrt, die Venezianer hĂ€tten schon die Narentaner und Slawen wegen ihrer Piraterie bestraft und man fĂŒgte die âarmate che Venetiani haveano mandate piĂč volte in aiuto dellâImperatoreâ hinzu, die Flotten, die mehrfach von den Venezianern dem Kaiserreich zu Hilfe ausgeschickt worden waren. Der Doge erhielt die Titel âDalmatia et Croatia Duce et Imperiale Prothosevastoâ. Nach dem Tod des âDominico Vulcano Patriarchaâ folgte ihm âDominico Saponarioâ, der in Konstantinopel starb, schiebt der Verfasser ein. Als nun âHenrico di Roma Imperatoreâ in Treviso war, schickte der Doge âGuason Cancellario, Vital Micchiele et Pietro Zopolo Legatiâ zu ihm, die vom Kaiser mit âlieto animoâ erblickt wurden, mit frohem Herzen, und âin segno dellâamor suo verso il predetto Duce, volse una figliuola del detto Duce far tener a battesimoâ. Die avisierte Taufpatenschaft fĂŒr eine Tochter des Dogen sollte also als Zeichen der kaiserlichen Liebe zum Dogen gelten. Durch die besagten âOratoriâ ĂŒbersandte der Kaiser seinerseits die Anerkennung der von seinen VorgĂ€ngern eingerĂ€umten Privilegien.
Auch Heinrich Kellner meint in seiner 1574 erschienenen Chronica das ist Warhaffte eigentliche vnd kurtze Beschreibung, aller Hertzogen zu Venedig Leben, âVitalis Falierâ, sei âdarnach Hertzog wordenâ.cite-ref-11[11] Auch bei ihm schickte der neue Doge als erstes âseine Bottschafften zu dem Constantinopolitanischen Keyser Alexioâ. Sie erreichten, dass er âder Herrschafft Venedig die beyde Landtschafften/Dalmatien und Croatien(welche sie den RĂ€ubern genommen hatten) ewiglich ubergabâ. Die Gesandten heiĂen bei ihm âDominicus Dandalus/Andreas Michiel/unnd Jacob Orio/ welche alle Ding leichtlich erhielten.â In einer Marginalie datiert Kellner dieses Ereignis in das Jahr 1072. â âZu der zeit kam Keyser Heinrich von Tervis gen Venedig / Sankt Marx Kirch zu besehen/ dann man sagt / daĂ kurtz zuvor Sanct Marx ein Wunderzeichen gethan/seinen Arm auĂ der Erden oder Mauwer herauĂ gesteckt/und den BĂŒrgern zu Venedig gezeiget hab.â Loreo habe der Doge âerneuwertâ, weil es âvor grossem alter verfallen war.â Auch bei Kellner starb der Doge im dreytzehenden jar seines Hertzogthumbs, doch fĂŒgt er als Marginalie an: âEtlich sagen im zwölfftenâ. SchlieĂlich bemerkt Kellner, dass âbey seinem Grabâ in San Marco âein viereckender Stein auffgerichtâ worden sei. Die darin eingehauenen âVerĂâ seien âalters halb zum theil ubel zu lĂ€sen und zuverstehen/zum theil gar auĂgangenâ.cite-ref-12[12]
In der Ăbersetzung von Alessandro Maria Vianolis Historia Veneta, die 1686 in NĂŒrnberg unter dem Titel Der Venetianischen Hertzogen Leben / Regierung, und Absterben / Von dem Ersten Paulutio Anafesto an / biss auf den itzt-regierenden Marcum Antonium Justiniani erschien,cite-ref-13[13] zĂ€hlt der Autor, abweichend von Pietro Marcello, âVitalis Falier, Der 32. Hertzogâ. Dieser âbemĂŒheteâ sich âgleich bey dem ersten Anblick des Hertzoglichen Thronsâ, âweiln er ein sehr kluger Regent gewesenâ, nicht nur das wankende BĂŒndnis mit Byzanz zu erneuern, sondern âauch eine neue Alliantz mit dem Occidentalischen Kayser Henrich dem Dritten / so sich damalen eben zu Treviso befundenâ âauf das allerfesteste zu schliessen und aufzurichtenâ. Er sei wegen des besagten Mirakels nach Venedig gekommen. Der Kaiser wurde âvon der Stadt auf das allerprĂ€chtigste bewillkommet / und dem Hertzogen / dessen Gemahlin um selbige Zeit eben niedergekommen / eine junge Tochter zur Tauff getragen haben solleâ. Mit Alexios wurde nicht nur ein entsprechendes BĂŒndnis durch die besagten Gesandten abgeschlossen, âsondern auch ĂŒber das bey ihm zuwegen gebracht / daĂ sie die beyden Landschafften / als Dalmatien und Croatien / welche sich selbsten theils freywillig an sie ergeben / theils mit Gewalt den Normantinern abgenommen hatten / der Venedischen Herrschafft auf ewige Zeit verblieben/und sie derselben mit rechtmĂ€ssigem Titul hinfĂŒro innen behalten und besitzen solten.â Vianoli erwĂ€hnt, dass unter Falier âeine grosse Armada wider die Normantiner geschicketâ worden sei, um ihnen den âimportanten Seehaven Durazâ âwiederum aus ihren HĂ€nden zu reissenâ. Doch die Flotte unterlag und musste abziehen. Danach sei die Befestigung des ĂŒberalterten Loreto erfolgt, und der Doge sei âim zwölfften Jahr seiner guten Regierung sanfft und ruhig verschiedenâ. Auch nennt er den von Kellner erwĂ€hnten Grabstein in der Markuskirche mit âeinem Epitaphio, so aber Alters halben zum theil ĂŒbel zu lesen / anzutreffenâ sei. 1096 wurde sein Nachfolger âbenamset Vitalis Michielâ.
1687 bemerkt Jacob von Sandrart in seinem Opus Kurtze und vermehrte Beschreibung Von Dem Ursprung / Aufnehmen / Gebiete / und Regierung der WeltberĂŒhmten Republick Venedig lakonischcite-ref-14[14] offenbar ohne genauere Kenntnisse, dass âVitalis Faledrusâ âIm Jahr 1084â zum âXXXI erwehletâ worden sei, also wohl zum 31. Dogen. Dann setzt er ungenau fort: âDieser erhielt von dem Griechischen Kaiser Alexio die Königreiche Dalmatien und Croatien / welche er den streiffenden Partheyen aus den HĂ€nden gerissen.â Auch habe er âdas SchloĂ zu Loretto wieder zurichten lassen.â âZu dessen Zeit ist Kayser Heinrich der IV. zu Venedig gewesen / und als er die Herrlichkeit derselbigen Stadt gesehen, hat er sich nicht enthalten können sie ein Königlich Stadt zu nennen.â Damit endet Sandrarts Abschnitt zu Vitale Falier.
Historisch-kritische Darstellungen
Johann Friedrich LeBret publizierte ab 1769 seine vierbĂ€ndige Staatsgeschichte der Republik Venedig,cite-ref-15[15] worin er konstatiert, dass den neu gewĂ€hlten âVital Falierâ âeinige Schriftsteller bezichtigen, daĂ er das meiste zur Absetzung des Silvius beigetragen habe.â Im Gegensatz zu frĂŒheren Autoren betont LeBret, dass der Doge âvon der Lage des morgenlĂ€ndischen und italienischen Reiches den Nutzen zu ziehenâ suchte, âder ihm möglich war, und niemals hĂ€tte Venedig hierzu eine schicklichere Zeit erwĂ€hlen können, als diese, da das griechische Reich eben so groĂen ZerrĂŒttungen ausgesetzet war, als das italienische.â In den dalmatinischen StĂ€dten sah LeBret eher âVerbĂŒndeteâ Venedigs, deren wichtigster Mann der Prior von Zara war, doch âFalier wollte seine Herrschaft befestigen, oder wenigstens derselben die rechtliche Form einer feyerlichen Abtretung von Seiten des griechischen Kaisers verschaffenâ (S. 278). Die drei Gesandten fĂŒhrten dem Kaiser die venezianischen MĂŒhen und Kosten vor Augen, vor allem aber die Gefahr durch Kroatien und Ungarn. âDer Kaiser sah die Nothwendigkeit wohl ein, Dalmatien einer Macht abzutreten, die ihm am angenehmsten wĂ€re.â Dieser fĂŒrchtete zudem, so LeBret, das BĂŒndnis aus Kroaten und Ungarn, Papst und Normannen. So wurde Dalmatien, aber auch Istrien, zu venezianischem âEigenthumâ. Einzige Bedingung war, dass Venedig Alexios gegen die Normannen unterstĂŒtze. Der Kaiser habe sich dem Dogen verpflichtet gefĂŒhlt, was zur Folge hatte, dass er ihm noch âden Titel eines Protosebasten gab, den Falier bestĂ€ndig in seiner Titulatur fĂŒhreteâ, wie LeBret behauptet. Venedigs Flotte griff die Normannen tatsĂ€chlich an, wĂ€hrend Robert 1084 nach Rom eilte, um den Papst zu schĂŒtzen, âwelches die erste Gelegenheit war, daĂ auch die Saracenen dem Papste helfen muĂtenâ (S. 279). Zwar siegten die Flotten der Venezianer und Byzantiner zunĂ€chst, doch Robert Guiscards Sohn Bohemund konnte in einem zweiten Treffen beide Flotten âzerstreuenâ. Robert besiegte die Flotte Venedigs, starb jedoch am 9. September 1085 auf Kephalonia. âNiemand freuete sich mehr ĂŒber Roberts Tod, als der Kaiser Alexius.â Dieser konnte zudem erreichen, dass eine Partei in Durazzo die âHĂ€upter der normĂ€nnischen Partey niederhiebâ und die Stadt dem Kaiser ĂŒbergab. â LeBret konstatiert, dass es Papst Gregor, im Gegensatz zu anderen Orten Italiens, wie etwa Mailand, nicht gelungen war, Venedig zu beunruhigen. Im Gegenteil: âWir haben auch in den venetianischen Archiven schriftliche Beweise genug, daĂ Heinrich ⊠ein groĂer Freund der Venetianer gewesen.â Alexios habe in Piacenza um UnterstĂŒtzung gegen die TĂŒrken geworben, was der neue Papst Urban II. aufnahm, âund die Christen ermahnete, sich zu beeifern, damit den UnglĂ€ubigen die heiligen Oerter wieder entrissen wĂŒrden, zu welchem Ende er selbst eine Kirchenversammlung in Clermont angesetzet hatteâ. Heinrich IV. hatte bei seinen zahlreichen Feinden â LeBret zĂ€hlt âdie GrĂ€finn Mathildisâ, aber auch Roberts Nachfolger Roger, den Papst und die lombardischen StĂ€dte auf â keine Wahl, er musste sich die Freundschaft der Venezianer erwerben, die wiederum an einem âGleichgewicht der Machtâ interessiert waren. âSie schickten den Kanzler Gauso, den Vital Michieli und den Peter Zopolo nach Trevisoâ, dessen Bischof dem Kaiser anhing. Heinrich bestĂ€tigte die alten Privilegien und sagte einen Besuch beim Dogen zu. Dort hob er eine Tochter des Dogen aus der Taufe, besuchte die Markuskirche, verlieh einigen Klöstern Privilegien und âbewunderte die ganze Lage und Einrichtung der Stadtâ. Das Kloster San Zaccaria nahm er in seinen kaiserlichen Schutz. Das langfristig sehr viel bedeutendere Abkommen, mit dem Venedig im Jahr 1095 den Stapelzwang bei Waren aus dem Reich durchsetzte, nennt LeBret nicht.
Weniger erzieherisch-moralisierend als nach zeitgenössischen Motiven suchend, Ă€uĂerte sich Samuele Romanin, der in den weiteren historischen Zusammenhang einbettende Historiker, der diese Epoche 1853 im ersten der zehn BĂ€nde seiner Storia documentata di Venezia darstellte.cite-ref-16[16] FĂŒr ihn bestand die erste Handlung des neuen Dogen darin, eine Gesandtschaft nach Konstantinopel zu schicken, wĂ€hrend die Flotte im âlago de Glikisâ ĂŒberwinterte. Alexios eröffnete den Gesandten, dass er Hilfe brauche, die er jedoch mit umfangreichen Privilegien kompensieren wolle. Er erkannte dem Dogen den Titel eines Dogen von Dalmatien zu, jedoch, so Romanin, fĂŒhrte dieser erst sehr viel spĂ€ter auch den eines Dogen von Kroatien. Wie Anna Komnena berichte, siegten die Venezianer vor Korfu und Butrint. Robert starb im Juli 1085, worauf seine Truppen sich âin Eileâ nach Italien zurĂŒckzogen, wo sich die Erben Roberts stritten und so Byzanz das verlorene Durazzo zurĂŒckgewinnen konnte. Venedig erhielt ein groĂes Privileg (das der Autor nach dem Tod Roberts platziert, obwohl dieses bereits 1082 ausgestellt worden war), wohingegen der vormals reiche Handel und die Handelskolonie von Amalfi, das die Normannen unterstĂŒtzt hatte, damit ruiniert waren. Allerdings entstanden Venedig mit Pisa und Genua zwei neue Konkurrentinnen. Pisa hatte schon Otto II. mit Schiffen unterstĂŒtzt und erhielt nun Privilegien von Heinrich IV. âEin Waffengang mit den Venezianern wurde jeden Tag unvermeidlicherâ. 1088 fĂŒhrte Genua, im EinverstĂ€ndnis mit Pisa, einen Schlag gegen Nordafrika, doch bald waren die beiden HandelsstĂ€dte verfeindet. Als Heinrich IV. nach Italien kam, suchte er das BĂŒndnis mit Venedig. Romanin erzĂ€hlt zwar knapp vom Besuch des Kaisers in Venedig, aber umso ausfĂŒhrlicher vom Wunder der Wiederauffindung der Reliquien des Evangelisten Markus. Diese wurden am 6. Mai 1811 abermals wiederentdeckt, zusammen mit einer âlaminaâ zur Erinnerung an den 8. Oktober 1094. An den Jahrestag erinnerten nun Prozessionen. FĂŒr Romanin besuchte Heinrich im Jahr 1094 Venedig, wobei er daraus Nutzen ziehen wollte, dass zahlreiche Pilger nunmehr die WunderstĂ€tte aufsuchten. Von dem, nach Dandolo auch vom Kaiser bewunderten Reichtum der Stadt zeugt eine Urkunde von 1097,cite-ref-17[17] in der die BrĂŒder Tisone und Pietro Orio, Söhne eines Stefano aus der Contrada San Giovanni Confessore ihren umfangreichen Besitz in der Stadt, einschlieĂlich LĂ€den, dem Dogen und dem Volk von Venedig vermachten (S. 332). Auch erlĂ€utert der Autor die Bedeutung von Loreo, das der Doge wieder instand setzen lieĂ, fĂŒr den Handel der Lombarden, Toskaner und Römer, sowie fĂŒr Venedigs Handel ĂŒber Po und Etsch. Auch war dies ein wichtiger Ort fĂŒr die Pilger nach Rom. In dieser Urkunde nennt sich der Doge tatsĂ€chlich âduca di Dalmazia e Croaziaâ. Auch eröffne diese Urkunde einen tiefen Einblick in die Situation und Organisation der venezianischen Festlandsorte, etwa durch Bestimmungen zu Fischfang und Jagd, Vereidigung der Bewohner, Befreiung vom MilitĂ€rdienst oder die freie Wahl des Gastalden und des Pfarrers. Die letzten Nachrichten zu Vitale Falier beziehen sich auf âviolenta buferaâ, Erdbeben und Hunger, wobei man fĂŒr letzteren den Dogen verantwortlich machte.
In seinem Il Palazzo ducale di Venezia von 1861 rĂ€umt Francesco Zanotto der Volksversammlung gröĂeren Einfluss ein,cite-ref-19[19] doch dieses Volk sei immer âleichtglĂ€ubig weil unwissendâ (âcredulo perchĂš ignoranteâ) und âwankelmĂŒtig wie die Seeâ. Als nach einer Niederlage der venezianischen Flotte, noch unter Vitales VorgĂ€nger Domenico Silvo, gegen die noramnische âdie fatale Nachricht nach Venedig kam, war alles Konfusion, Traurigkeit, Angstâ. Da, wie es immer beim âcieco e volubile vulgoâ, beim âblinden und redseligen Volkâ sei, fielen die Venezianer vom Dogen ab, wobei insbesondere Vitale Falier das Volk darin befeuerte. Nach Zanotto war er sogar âdie Seele der Revolteâ, ein Mann, der den Beinamen âDodoniâ oder âDe donisâ erhielt, weil er mit âdoniâ, mit Geschenken, die Leute auf seine Seite gebracht habe. Doch lieĂ er diese âmacchiaâ hinter sich und wurde ânĂŒtzlich fĂŒr das Vaterland und beliebt beim Volkâ. Auf Ersuchen Alexiosâ gingen die besagten Gesandten nach Konstantinopel, um ĂŒber Hilfsmöglichkeiten zu beraten. Auch Zanotto nennt als Preis die Rechte ĂŒber Dalmatien und den dazugehörigen Titel, dazu Einnahmen aus dem Reich fĂŒr den Dogen und verschiedene Kirchen. Dazu dienten HĂ€user in Konstantinopel und in Durazzo. Beim folgenden Sieg wĂ€re beinahe Roberts Frau âSingelgastaâ, eine âFrau von mĂ€nnlichem Mutâ, in die HĂ€nde der Venezianer gefallen. Dieser Sieg, so der Autor, sei entscheidend gewesen, Robert habe gerade noch Kephallonia angreifen können. Sein dortiger Tod âbedeutete Leben fĂŒr die Griechenâ, die in kurzer Zeit ihr Land zurĂŒckgewannen. Die im Codice Trevisano ĂŒberlieferte Goldbulle brachte enorme wirtschaftliche Vorteile, wie Zanotto ausfĂŒhrt, da er zahlreiche, fortan abgabenfreie HĂ€fen nennt. AuĂerdem musste jeder Amalfitaner in Byzanz drei Hyperpera an die Markuskirche entrichten. Dies, so Zanotto, hatte seine Ursache wohl in der UnterstĂŒtzung Roberts durch Amalfi. Doch nun fand man die Reliquien des Schutzheiligen nicht mehr, die beim Stadtbrand von 976 versteckt worden waren. Am 25. Juni 1094 fand eine Prozession statt, âzu der sich das ganze Volk von allen Inseln und dem Festland des Staatesâ versammelte. WĂ€hrend des Gottesdienstes fielen plötzlich Steine herab, âgenau dort, wo sich der vergoldete Kopf eines Engels sehen lĂ€sstâ und wo man nun eine marmorne Kiste mit den Reliquien fand, die nun drei Tage lang aufgesucht werden konnten. Am 8. Oktober, so Sanudo, wie Zanotto ausdrĂŒcklich anmerkt, wurden die Reliquien wieder in eine Urne gepackt und in der Krypta untergebracht. Eine Bleiplatte wies spĂ€ter das Datum der Niederlegung aus, als 1811 die Reliquien abermals wiederentdeckt wurden. Den Besuch Heinrichs IV. setzt Zanotto kurz nach der Wiederentdeckung der Knochen an, die der Kaiser nun zu verehren gedachte. Abermals nach Sanudo soll die Tochter des Dogen âEnricaâ geheiĂen haben.cite-ref-20[20] Bei Zanotto war die Wiederherstellung von Loreo nicht wegen des Alters notwendig, sondern wegen der Kriegszerstörungen, doch erkannte auch Zanotto ihre ökonomische Bedeutung, und nicht nur die fĂŒr den Schutz der Lagune. FĂŒr Zanotto war die Zeit der KreuzzĂŒge gekommen, die sich in den Orient wandten, âum das Heilige Grab zu befreienâ. Und auch Zanotto fĂŒhrt die UnglĂŒcke gegen Ende Vitale Faliers auf, dem man vorwarf, keine Vorsorge gegen den Mangel an Lebensmitteln getroffen zu haben.
Gleich zu Anfang erklĂ€rt August Friedrich Gfrörer (â 1861) in seiner, erst elf Jahre nach seinem Tod erschienenen Geschichte Venedigs von seiner GrĂŒndung bis zum Jahre 1084,cite-ref-21[21] dass in der katastrophalen Niederlage vom November 1084 (wie Gfrörer datiert) nach Anna Komnena 13.000 Venezianer ums Leben gekommen seien (S. 544). 2.700 Venezianer fielen dabei in Gefangenschaft, wie ein anderer Chronist berichtet. Die Venezianer verloren neun groĂe Kriegsschiffe, Galeoten genannt. âDie allgemeine Verzweiflung entlud sich vernichtend ĂŒber dem Haupte des Dogen Silvioâ (S. 547). Dandolo, den Chronisten, zitiert Gfrörer mit den Worten: âwegen des Verlustes der gegen Robert ausgeschickten Flotte entbrannte der Zorn der Veneter wider den Dogen, also daĂ derselbe abgesetzt wardâ. Gfrörer rechnet hieraus zurĂŒck und kommt zu dem Ergebnis, der Doge sei im November/Dezember 1084 gestĂŒrzt worden. AnschlieĂend meint er: âVitalis Faledro, der im Jahre 1084 den herzoglichen Stuhl bestieg, hatte durch Versprechungen und Geschenke die Austreibung Silviosâs durchgesetztâ (S. 549). Unklar bleibt nach Gfrörer, wie sich die folgenden KĂ€mpfe mit den Normannen entwickelten, bis Robert starb, doch fĂŒr den Autor ist klar, âdaĂ das ganze normannische Unternehmen und zwar hauptsĂ€chlich in Folge der seltenen Ausdauer, welche die Veneter entwickelten, zuletzt wie eine Seifenblase, in Nichts zerrannâ (S. 552). Nach Gfrörer kam Robert âzwischen dem October 1084 und dem Juli 1085 keinen Schritt vorwĂ€rtsâ. Auf die Frage, warum Andrea Dandolo in krassem Gegensatz dazu behauptet, dem Dogen sei gegen Robert nichts gelungen, erwidert Gfrörer, der Nachfahre Enrico Dandolos habe es fĂŒr unsinnig gehalten, âdem griechischen Reich, einer verlornen Macht, beizuspringenâ und: âAus demselben Grund verwarf er, meines Erachtens, auch das BĂŒndniĂ, das die Dogen Silvio und Faledro mit Alexius geschlossen hatten, und lieĂ sich hinreiĂen, gering von ihren Waffenthaten zu redenâ (S. 555). Gfrörer hingegen glaubte, âdaĂ im Gegentheil die byzantinische Amme, mochte sie an sich noch so erbĂ€rmlich sein, dem venetianischen Gemeinwesen wĂ€hrend seiner Kindheit sehr ersprieĂliche Dienste leistete.â Nun allerdings âschleuderte Venedig die Wiege weg, wurde statt eines SchĂŒtzlings erst BeschĂŒtzer, bald, durch Undank erbittert, Todfeind des griechischen Ostreichs.â FĂŒr Gfrörer wurde die Goldbulle von 1082 in Wirklichkeit 1084 ausgestellt, wie Anna Komnena in ihrem Geschichtswerk richtig einordne â diese Neudatierung hat sich allerdings nie durchgesetzt. Nach dem Autor nennt die Goldbulle aber genau deshalb keinen Dogennamen, weil der Kaiser versuchte, das Interregnum zwischen Silvo und Falier zu nutzen, und zugleich, entsprechend der Verfassungsentwicklung Venedigs, und damit unter dem Einfluss Gregors VII., auch den Patriarchen von Grado durch Geschenke und Privilegien zu gewinnen. FrĂŒher hĂ€tte es genĂŒgt, den Dogen auf seine Seite zu ziehen. Dass der Bruch von 1082/84 so scharf war, glaubt Gfrörer allerdings keineswegs, denn fĂŒr ihn hatte der ökonomische Aufstieg Venedigs im Osten bereits ab 991 begonnen, nĂ€mlich mit dem ersten Privileg dieser Art fĂŒr Venedig.
In vielerlei Hinsicht anders argumentiert Heinrich Kretschmayr 1905 in seiner Geschichte von Venedig.cite-ref-22[22] Auch bei ihm mĂŒssen die KĂ€mpfe zwischen den Normannen unter Robert und Kaiser Alexios im Mittelpunkt stehen, ebenso der damit verflochtene Investiturstreit, dann die Eroberung Kroatiens durch Ungarn, die Neueinweihung von San Marco. Robert landete im Mai 1082 in Otranto, im selben Monat, in dem Alexios den Venezianern das ĂŒberaus bedeutende Chrysobullon ausstellte. Dieses öffnete den Venezianern âdas ganze Ostreich samt der Hauptstadt als zoll- und abgabenfreies Handelsgebiet und unterstellte die venezianischen Handelsleute daselbst der dogalen Gerichtsbarkeit. Alle Konkurrenten waren damit aus dem Felde geschlagenâ (S. 163). Alexios âhatte keine andere Wahl.â Im Sommer 1083 erschien erneut eine venezianische Flotte und eroberte Durazzo, ĂŒberwinterte dort und eroberte im FrĂŒhjahr 1084 Korfu. Erst im Herbst fĂŒhrten die Normannen 150 Kriegsschiffe von Otranto nach Butrint ĂŒber die Adria. Ein langer Kampf entspann sich, âder den berichtenden Quellen bald als eine Reihe von Treffen, bald als eine einzige, grosse, tagelange Schlacht erscheintâ (S. 164). ZunĂ€chst siegten Venezianer und Griechen, dann unterlagen sie vor Korfu. âDaheim im Seeland forderte die Hiobspost ihr Opfer â den Dogen Domenico Silvioâ. Kretschmayr berichtet schlieĂlich gleichfalls die beiden Versionen seines Abtretens. âSein Nachfolger, den manche Berichte an seinem Sturze mitschuldig wissen wollen, Vitale Falieri (Faletro) ⊠sah dann das Ende des Krieges.â Die venezianische Flotte unterlag zunĂ€chst abermals, diesmal zu Saseno bei Aulona. Dann aber siegte sie erneut vor Butrint. âAber mĂ€chtiger als die Schiffe stritten fĂŒr Venedig Krankheit und Todâ, meint der Autor. Boemund erkrankte und musste heimkehren, Robert starb am 17. Juli 1085. Das zurĂŒckgewonnene Durazzo ĂŒbergaben die Venezianer wieder an Alexios. Im MĂ€rz 1095 ging Heinrich IV. âwohl zum Besuche der Stadt eingeladenâ, nach Venedig, âdamals in Ă€usserster BedrĂ€ngnis in Oberitalien festgehaltenâ. Er âhob eine Tochter des Dogen aus der Taufe und bestĂ€tigte die VertrĂ€ge auf der Grundlage des Paktums Ottos II.â âDer den Handelsverkehr zwischen dem Reich und Venedig betreffende Artikel wurde durch einen anscheinend harmlosen stilistischen Zusatz dahin umgeformt, dass den Reichsuntertanen der Eigenhandel ĂŒber Venedig hinaus, wenn anders sie diese Stadt berĂŒhrten, verwehrt, den Venezianern somit das Stapelrecht fĂŒr Waren aus dem Westreiche zugestanden sein solle.â Venedig trat also, âda Papst Urban die abendlĂ€ndische Welt zur ersten grossen Kreuzfahrt aufrief, gelassen zu dem gebannten Kaiser in VerhĂ€ltnisâ. âIm ĂŒbrigen hielt man fĂŒr gut, im Jahre 1094 die schwache SĂŒdgrenze des Dogates durch Neubefestigung und Neuordnung der militĂ€rischen Verteidigung von Loreo zu sichern.â Am â10. September 1095 (?)â kam es zu einem mitternĂ€chtlichen Erdbeben und einem schweren Sturm, âhernach Teuerung, Notstand, Hungerrevolten. WĂ€hrend dieser Wirren ist der Doge gestorben und am Weihnachtsfeiertage 1096 in der Vorhalle von San Marco beigesetzt worden; noch steht dort der Steinsarkophag, das Ă€lteste völlig erhaltene Dogengrab.â FĂŒr eine Legende hĂ€lt der Autor die Nachricht, man habe nach der besagten Hungersnot dem Dogen Brot ins Grab geworfen âmit dem höhnenden Zuruf, er möge sich jetzt daran vergnĂŒgen, da er doch vordem seinem hungernden Volke keines habe schaffen könnenâ (S. 167).
John Julius Norwich interessiert sich in seiner History of Venice, die 1977 erstmals aufgelegt wurde, gleichfalls vor allem fĂŒr den Krieg gegen die Normannen. Auch verfĂ€hrt er gelegentlich höchst willkĂŒrlich mit den Quellen, deren Glaubhaftigkeit er vielfach in Frage stellt. Anna Komnena erklĂ€rt er kurzerhand fĂŒr unglaubwĂŒrdig, die Rache Venedigs am Ende fĂŒr eine Art âwishful thinkingâ. Sie selbst, wie man an der Beschreibung der VerstĂŒmmelungen der Venezianer durch Robert erkennen könne, âdwells with the morbid pleasure that is one of her least attractive characteristicsâ. Zugleich seien die Vorteile aus dem Chrysobullon von 1082 âalmost impossible to exaggerateâ. Dabei zitiert er Charles Diehl in ĂŒbersetzter Form: âOn that day Venetian world trade began.â Andererseits konnten die Venezianer nicht wissen, dass sich die Normannenfrage abschwĂ€chen wĂŒrde, denn Robert starb erst nach dem Sturz des Dogen, der als âSĂŒndenbockâ herhalten musste. Norwich zieht Dandolo in Zweifel: âThe historian Andrea Dandolo accuses the new Doge, Vitale Falier, of having persuaded the people, by means of promises and bribes, to depose his predecessorâ. Er habe 250 Jahre spĂ€ter geschrieben, und gerade diese Passage sei âso sketchyâ, dass man Falier auf dieser Basis nicht verurteilen könne. Der Doge starb kurz nach dem Besuch Heinrichs IV. und er lag bereits im Sterben, als Urban II. zum Kreuzzug aufrief.cite-ref-23[23]
Donald M. Nicolcite-ref-24[24] ging 1988 so weit zu vermuten, dass die Goldbulle von 1082 eine Erfindung Andrea Dandolos sein könne (S. 63). Auch die Legende um die Wiederauffindung der besagten Reliquien hĂ€lt er fĂŒr eine bloĂe Erfindung, die nur dazu diente, die legendĂ€re Wiederauffindung von Reliquien in der Apostelkirche in Konstantinopel, nĂ€mlich der Heiligen Andreas, Lukas und Timotheus, zu ĂŒberbieten (S. 65).
Quellen
Geschichtsschreibung
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âą Bernard Leib (Hrsg.): Anna ComnĂšne, Alexiade, 3 Bde., Bd. II, Paris 1967, S. 54 f.
âą Henry Simonsfeld (Hrsg.): Annales Venetici breves, in: Monumenta Germaniae Historica, Scriptores, XIV, hrsg. v. G. Waitz, Hannover 1883, S. 70 (Digitalisat)
âą Ester Pastorello (Hrsg.): Andrea Dandolo, Chronica per extensum descripta aa. 460â1280 d.C., (= Rerum Italicarum Scriptores XII,1), Nicola Zanichelli, Bologna 1938, S. 217â220, 224, 255. (Digitalisat, S. 216 f.)
âą Marino Sanudo: Le vite dei dogi, hrsg. von Giovanni Monticolo, (= Rerum Italicarum Scriptores XXII,4), 2. Aufl., S. 156â161.
Urkunden
âą Dietrich von GladiĂ, Alfred Gawlik (Hrsg.): Diplomata Henrici IV, in: Monumenta Germaniae Historica, Urkunden der deutschen Könige und Kaiser, VI, 1â3, Berlin, Wien 1941â1978, n. 417, S. 555 f. (âHeinrich bestĂ€tigt dem Kloster des hl. Hilarius und Benedikt bei Venedig Schutz und ImmunitĂ€t, die Verleihungen seiner VorgĂ€nger sowie die Befreiung von Zoll und Abgabenâ, Padua, 6. Januar 1091 (Digitalisat der Edition)), n. 442, S. 593â597 (âHeinrich erneuert dem Dogen Vitalis Faletro den Vertrag mit den Venezianernâ, Treviso 1095 (Digitalisat der Edition)), n. 445, S. 600 f. (âHeinrich bestĂ€tigt dem Kloster der hl. Zacharias und Pancratius zu Venedig seine Besitzungen, den königlichen Schutz und die ImmunitĂ€tâ, Mestre, Juni 1095 (Digitalisat der Edition)).
âą Gottlieb Lukas Friedrich Tafel, Georg Martin Thomas (Hrsg.): Urkunden zur Ă€lteren Handels- und Staatsgeschichte der Republik Venedig, Wien 1856, in: Fontes Rerum Austriacarum, Abt. II. Diplomataria et Acta, 3 Bde., Bd. 1: 814â1205, Wien 1856, n. XXIIIâXXV, S. 43â63 (Digitalisat).
âą Luigi Lanfranchi (Hrsg.): Famiglia Zusto, Venedig 1955, n. 1, 3.
âą Eva Malipiero Ucropina (Hrsg.): Ss. Secondo ed Erasmo, Venedig 1958, n. 1.
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Literatur
âą Irmgard Fees: Falier, Vitale, in: Dizionario Biografico degli Italiani 44 (1994) 449â451 (bildet die Grundlage fĂŒr den darstellenden Teil).
âą Giorgio Cracco: Venezia nel Medioevo dal secolo XI al secolo XIV. Un altro mondo, Turin 1986, S. 34 f.
âą Roberto Cessi: Politica, economia, religione, in: Storia di Venezia, Bd. II: Dalle origini del Ducato alla IV Crociata, Venedig 1958, S. 319, 325â331.
âą Roberto Cessi: Venezia ducale, Bd. II, 1: Commune Venetiarum, Deputazione di Storia Patria per le Venezie, Venedig 1965, S. 159â173.
âą Cinzio Violante: Venezia fra Papato e Impero nel secolo XI, in: La Venezia del Mille, Florenz 1965, S. 45â84.
âą Silvano Borsari: Il crisobullo di Alessio I per Venezia, in: Annali dellâIstituto italiano per gli studi storici II (1969â70) 111â131.
âą Vittorio Lazzarini: I titoli dei dogi di Venezia, in: Ders. (Hrsg.): Scritti di paleografia e diplomatica, Padua 1969, S. 203â209.
âą Ernesto Sestan: La conquista veneziana della Dalmazia, in: Francesco Calasso (Hrsg.): La Venezia del Mille, Florenz 1965, S. 87â116.
âą Otto Demus: Zwei DogengrĂ€ber in S. Marco, Venedig, in: Jahrbuch der Ăsterreichischen Byzantinischen Gesellschaft V (1956) 41â59.
âą Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia con particolare riguardo alle loro tombe, Ferdinando Ongania, Venedig [1939], S. 47 f. (Digitalisat, PDF); neu aufgelegt unter dem Titel I Dogi di Venezia, Florenz 1983, zuletzt 2003.
Weblinks
Commons
: Vitale Falier
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Anmerkungen
cite-note-11. â Andrea Da Mosto: I dogi di Venezia, Nachdruck, Giunti, Florenz 2003, S. 54.
cite-note-22. â Irmgard Fees: Die Unterschriften der Dogen von Venedig im 12. und 13. Jahrhundert, in: Christian Lackner, Claudia Feller (Hrsg.): Manu propria. Vom eigenhĂ€ndigen Schreiben der MĂ€chtigen, Böhlau, 2016, S. 149â169, hier: S. 153.
cite-note-33. â Roman Deutinger: Vom toten Winkel auf die BĂŒhne. Heinrich IV. in Venedig, in: Romedio Schmitz-Esser, Knut Görich, Jochen Johrendt (Hrsg.): Venedig als BĂŒhne. Organisation, Inszenierung und Wahrnehmung europĂ€ischer Herrscherbesuche, Regensburg 2017, S. 67â78.
cite-note-44. â Andrea Dandolo (ed. Monticolo, S. 219) schreibt, Heinrich, âdevocione motus, Veneciam veniens, beato Marco reverenciam exibuit, urbemque girans, situm et policiam insigniter comendavit, et monesteriis pluribus immunitatum concessis privilegiis, de Venecia recesit.â
cite-note-55. â Roman Deutinger: Vom toten Winkel auf die BĂŒhne: Heinrich IV. in Venedig, in: Romedio Schmitz-Esser, Knut Görich, Jochen Johrendt (Hrsg.): Venedig als BĂŒhne. Organisation, Inszenierung und Wahrnehmung europĂ€ischer Herrscherbesuche, Regensburg 2017, S. 67â78, hier: S. 72. (online, PDF).
cite-note-66. â Weiprecht Hugo Graf RĂŒdt von Collenberg: Der Löwe von San Marco. Historische und formale Aspekte des Staatsymbols der Serenissima, in: Staaten, Wappen, Dynastien. XVIII. Internationaler KongreĂ fĂŒr Genealogie und Heraldik in Innsbruck vom 5. bis 9. September 1988, Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Innsbruck n. F. 18 (1988) 465â487, hier: S. 467.
cite-note-77. â Annette Weber: Venezianische DogenportrĂ€ts des 16. Jahrhunderts, Jan Thorbecke, 1993, S. 21.
cite-note-88. â Roberto Pesce (Hrsg.): Cronica di Venexia detta di Enrico Dandolo. Origini â 1362, Centro di Studi Medievali e Rinascimentali «Emmanuele Antonio Cicogna», Venedig 2010, S. 52â54.
cite-note-99. â Pietro Marcello: Vite deâprencipi di Vinegia in der Ăbersetzung von Lodovico Domenichi, Marcolini, 1558, S. 55 (Digitalisat).
cite-note-1010. â Èerban V. Marin (Hrsg.): Gian Giacomo Caroldo. Istorii VeneĆŁiene, Bd. I: De la originile CetÄĆŁii la moartea dogelui Giacopo Tiepolo (1249), Arhivele NaĆŁionale ale RomĂąniei, Bukarest 2008, S. 97 f., Legende von der Wiederauffindung der Markusreliquien auf S. 98â100 (online).
cite-note-1111. â Heinrich Kellner: Chronica das ist Warhaffte eigentliche vnd kurtze Beschreibung, aller Hertzogen zu Venedig Leben, Frankfurt 1574, S. 22râ22v (Digitalisat, S. 22r).
cite-note-1212. â In deutscher Ăbersetzung lautete die Inschrift nach Kellner: âMit guten sitten wol geziert / Ein Liebhaber der Ehrbarkeit / Durchaus gĂŒtig allzeit bereit / Gemeines Gut hat er bewart / In dem er seiner Vorfahr Ehr / Mit lusten fieng er alles an / Also das reich ward menniglich / Auch thet er Frembden viel mehr guts / Sein leben war deĂ Vatterlands / Mit worten kunde er jene stillen / Zum Regiment er gantz wol docht / Er war gut Anschleg zu gebenâ usw. (S. 22v).
cite-note-1313. â Alessandro Maria Vianoli: Der Venetianischen Hertzogen Leben / Regierung, und Absterben / Von dem Ersten Paulutio Anafesto an / biss auf den itzt-regierenden Marcum Antonium Justiniani, NĂŒrnberg 1686, S. 184â187 (Digitalisat).
cite-note-1414. â Jacob von Sandrart: Kurtze und vermehrte Beschreibung Von Dem Ursprung / Aufnehmen / Gebiete / und Regierung der WeltberĂŒhmten Republick Venedig, NĂŒrnberg 1687, S. 32 (Digitalisat, S. 32).
cite-note-1515. â Johann Friedrich LeBret: Staatsgeschichte der Republik Venedig, von ihrem Ursprunge bis auf unsere Zeiten, in welcher zwar der Text des Herrn Abtes LâAugier zum Grunde geleget, seine Fehler aber verbessert, die Begebenheiten bestimmter und aus echten Quellen vorgetragen, und nach einer richtigen Zeitordnung geordnet, zugleich neue ZusĂ€tze, von dem Geiste der venetianischen Gesetze, und weltlichen und kirchlichen Angelegenheiten, von der innern Staatsverfassung, ihren systematischen VerĂ€nderungen und der Entwickelung der aristokratischen Regierung von einem Jahrhunderte zum andern beygefĂŒgt werden, 4 Bde., Johann Friedrich Hartknoch, Riga und Leipzig 1769â1777, Bd. 1, Leipzig und Riga 1769, S. 278â281 (Digitalisat).
cite-note-1616. â Samuele Romanin: Storia documentata di Venezia, 10 Bde., Pietro Naratovich, Venedig 1853â1861 (2. Auflage 1912â1921, Nachdruck Venedig 1972), Bd. 1, Venedig 1853, S. 326â333 (Digitalisat).
cite-note-1717. â Romanin gibt in der dazugehörigen FuĂnote (1) an: âCod. DLI cl. VII it. alla Marcianaâ.
cite-note-181. Bildersammlung auf der Website des Senato della Repubblica.
cite-note-1919. â Francesco Zanotto: Il Palazzo ducale di Venezia, Bd. 4, Venedig 1861, S. 78â81 (Digitalisat).
cite-note-2020. â FrĂŒher hatten einige Dogensöhne anlĂ€sslich ihrer Taufe die Namen der Taufpaten erhalten, worin möglicherweise der Grund dieser Annahme liegt.
cite-note-2121. â August Friedrich Gfrörer: Geschichte Venedigs von seiner GrĂŒndung bis zum Jahre 1084. Aus seinem Nachlasse herausgegeben, ergĂ€nzt und fortgesetzt von Dr. J. B. WeiĂ, Graz 1872, S. 549â567 (Digitalisat).
cite-note-2222. â Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig, 3 Bde., Bd. 1, Gotha 1905, S. 155â167 (Digitalisat, es fehlen die Seiten 48 bis 186!).
cite-note-2323. â John Julius Norwich: A History of Venice, Penguin, London u. a. 2011, S. 73â75.
cite-note-2424. â Donald M. Nicol: Byzantium and Venice. A Study in Diplomatic and Cultural Relations, Cambridge University Press, 1988.